Die Geschichte des Vereins


Anlass für die Erstellung einer schriftlichen Vereinschronik war das 70- jährige Vereinsjubiläum so wie der 100. Jahrestag der Eingemeindung nach Köln im Jahre 1988. Schriftliche Quellen, insbesondere zur älteren Vereinsgeschichte stehen in Folge des 2. Weltkrieges leider nicht mehr zur Verfügung. Die Chronik bis zum Jahre 1955 basiert auf Gesprächen mit älteren Vereinsmitgliedern, hier vordergründig zu nennen ist unser ehemaliger Gartenpächter und Ehrenmitglied Herr Heinrich Sering.

Chronologie 1917-1931

Das letzte Kriegsjahr des 1. Weltkrieges erlebten die Deutzer Bürger mit einem strengen Winter und bei einer äußerst angespannter Lage der Ernährungsversorgung. In dieser Zeit des Hungerns fanden sich aktive Männer im Lokal "Morgenstern" zu Beratungen zusammen. Ziel Ihrer Gespräche war, Möglichkeiten zu finden, das damals noch vorhandene große ländliche Umfeld von Deutz den Menschen zur privaten gärtnerischen Nutzung zu erschließen.

Bedingt durch die Not legten Bürger und Soldaten rund um das Deutzer Fort behelfsmäßige Gärten an und gründeten am 17.04.1917 mit einer Anzahl von 30 Mitgliedern den "Kleingärtnerverein Köln- Deutz e.V.". Bei der eine Woche später stattfindenden 1. Jahreshauptversammlung am 24.April 1917 traten weitere 100 Mitglieder bei, so dass der Verein bereits 8 Tage nach seiner Gründung 130 Mitglieder hatte. Als 1. Vorsitzender wurde Gartenbauinspektor Nauen gewählt und als 1. Schriftführer Herr Jacob Seinsche. Durch die Notlage waren viele Deutzer Bürger an einem Garten interessiert. Innerhalb weniger Jahre wuchs der Verein auf ca.900-1000 Mitglieder an.Die Gärten waren 300-400 qm groß bei einem jährlichen Pachtpreis von 2 Pfennig pro qm. Die Vereinsführung traf sich Sonntags nach dem Kirchgang zum Frühschoppen im Lokal "Zum Morgenstern". Dabei wurden geschäftliche Dinge geregelt. Die Jahreshauptversammlung fand schon damals im "Mathildenhof" statt. Je 100 Vereinsmitglieder konnte auf der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes 1 Delegierter teilnehmen, damit hatte der Verein auch dort maßgeblichen Einfluss.

Das Vereinslebens war rege, Vereinsfeiern mit Tanzveranstaltungen fanden im großen Saal des "Rosenhofes" statt, einem Unternehmen mit Gasthaus und Gartenbaubetrieb.In den Gärten wurde seinerzeit vorrangig Obst und Gemüse angebaut.

Es dominierte die Jauche - Düngung, geliefert von der Latrinen-Reinigungs-Firma Kürten. Die Jauche wurde in eigens vor den Gärten erstellten Gruben abgekippt. Die älteren Kinder hatten die schöne Aufgabe, die bewährten "Päds-Köttel zu sammeln. Die Wasserversorgung erfolgte mittels Pumpen an zentralen Stellen der Anlage.


 

1932- ca.1955

In diesen Zeitabschnitt fallen neben den Kriegs- und Nachkriegswirren für Köln Deutz viele bauliche Großmaßnahmen.Die Folge war die Kündigung vieler Kleingärten und damit verbunden die Schrumpfung des Vereins.Geeignetes ersatzgelände konnte im Deutzer Stadtgebiet meist nicht mehr zur Verfügung gestellt werden, so dass viele unserer Vereinsmitglieder an andere Vereine im Kölner Stadtgebiet verwiesen werden mussten.

Anfang 1949 stand der Verein auf Grund zu geringer Mitgliederanzahl kurz vor der Auflösung. Dieser Schritt konnte letztendlich vermieden werden und der Verein stellte sich im Juli 1949 unter dem neuen Namen "Gartenbauverein Köln Deutz" neu auf. In den nächsten Jahren wuchs die Mitgliederzahl auf 35 an und auf der außerordentlichen Jahreshauptversammlung am 10.01.1954 kehrte man zum ursprünglichen Namen "Kleingärtnerverein Köln Deutz, gegr.1917" zurück und hielt diesen bis zum heutigen Tage bei.

Beispiele solcher großen Bauprojekte waren der Bau der Severinsbrücke, der Wohnungsbau in der Sueven- und Alemannenstraße sowie am Alter Mühlenweg, der Ausbau des östlichen Zubringers mit Anschluss an die Severinsbrücke.

1956

Nach der Kündigung von Behelfswohnungen entstand auf dem Gelände zwischen "Am Judenkirchhofsweg" und dem alten "Deutzer Fort" die erste Dauergartenanlage Köln Deutz, unsere heutige Anlage I.

1962

Am östlichen Zubringer zwischen Tenkterstraße und Marsenstraße konnten weitere 14 Dauergärten erschlossen werden, unsere Anlage II.

1967

Der Kleingärtnerverein Köln Deutz feiert am 27. Mai 1967 sein 50-jähriges Bestehen.


 

1972

Durch den Bau von Schulen(z. B. Fachhochschule) gingen im südlichen Teil von Deutz weitere große Grünflächen verloren. Es mussten ca. 100 Kleingärten aufgegeben werden.Als Teilersatz wurden zwischen "Am Judenkirchhofsweg" und Deutzer Stadtgarten weitere 52 Gärten erschlossen, sie gehören auch zu unserer Anlage I. In diesen Gärten wurde erstmalig ein einheitlicher Laubentyp aufgestellt. Gleichzeitig wird für die gesamte Anlage eine zentral gesteuerte Wasserversorgung je Garten installiert.

1978-1979

Baubeginn und Fertigstellung eines Vereinsheimes auf einem zentralen Platz in der Dauergartenanlage.

1984-1985

Erweiterung der Gesamtanlage durch die Erschließung von 36 Dauergärten auf dem Gelände an der Dr. Simons- Straße.

1986

Baubeginn und Fertigstellung eines Gerätehauses zur Lagerung und Reparatur vereinseigener Gerätschaften.

1987

Baubeginn und Fertigstellung der Erweiterung unseres Vereinsheimes.

70- jähriges Vereinsjubiläum

2012

Vereinsheimsanierung

2017

100 Jahre Kleingärtnerverein Köln Deutz

Gefeiert wurde am 02.September 2017 im Rahmen eines großen Sommerfestes rund ums Vereinsheim mit DJ Rudi, Duo Wolf, Ne Frechdachs u. Ne Speetsboov, den Rabaue und Marita Köllner. Die jüngeren Gäste durften sich an der Hüpfburg, der Basketballwurfburg und am Ponyreiten erfreuen.  Ein weiteres Highlight war eine Baumspende der Deutzer Ortsvereine anlässlich unseres 100jährigen Bestehens. Hierfür ein herzliches Dankeschön!  Den zahlreichen Besuchern, die mit uns ein stimmungsvolles Fest gefeiert haben, sagen wir ebenfalls Danke.                                                              

 

heute

Der Verein umfasst heute 151 Gärten auf die drei Teilanlagen "Am Judenkirchhofsweg", "Marsenstraße" und "Dr. Simons Straße" verteilt.

 

 

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